Ich werde eine Art „Data Scientist“

Ich arbeite seit kurzem als „Senior Customer Adoption Engineer“. Das ist eine Art „Data Scientist“, ein Datenwissenschaftler, der hilft Informationen zu gewinnen, wie moderne Technologien eingesetzt werden. So können bessere Entscheidungen über zukünftige Softwareentwicklungen getroffen werden. Davon profitieren wiederum unsere Kunden. Ich bin sehr froh über diese neue Aufgabe. Ich halte sie für sehr wichtig. Lasst mich erklären, warum ich das denke.

Daten können Leben retten

Wenn wir über große Datenmengen hören, dann ist das oft begleitet von der Sorge um unsere Privatsphäre. Aber wie so oft gibt es eine andere Seite. Umfangreiche Daten können helfen, lebenswichtige Entscheidungen zu treffen. Das wird besonders sichtbar während der aktuellen Corona-Pandemie. Je mehr Informationen wir über den Stand der Infektionen haben, je genauer und zuverlässiger diese Daten sind, desto bessere Entscheidungen können wir treffen. Entscheidungen, die viele Leben retten können.

Darum arbeiten Wissenschaftler fieberhaft daran, die Test-Kapazitäten auf das Corona-Virus zu erhöhen. Darum hören Politiker und Entscheidungsträger in Deutschland und vielen anderen Ländern auf Wissenschaftler. Die Empfehlungen der Wissenschaftler können aufgrund eine guten Datenbasis ausgesprochen werden.

Daten bei Produktentwicklungen und neuen Technologien

Mein Arbeitgeber VMware liefert neue Technologien, um Anwendungen besser zu erstellen, zu betreiben und zu nutzen. Produktmanager und Geschäftsbereiche müssen Entscheidungen treffen, welche Funktionen gebraucht werden, bzw. welche Verbesserungen wichtig sind oder schnell gebraucht werden. Zum Teil werden die Entscheidungen aus dem Bauch getroffen, aber ganz oft eben auch auf Basis vorliegender Daten.

Da gibt es einmal die Geschäftszahlen wie Umsatz, verkaufte Lizenzen pro Lösung, Pipeline, und andere relativ leicht zu beschaffende Informationen. Aber es gibt auch eine andere Seite: Was machen die Kunden mit den Technologien? Wie werden sie eingesetzt? Welcher Nutzen ist besonders wichtig, welche Schwierigkeiten gibt es? Wir haben sehr viele Kunden, darum nutzen wir die Analyse von Support Anfragen, aber auch anonym gesendete Informationen von unseren Produkten, sofern die Kunden das zulassen. Über diese automatisierten Wege kann man interessante Daten bekommen.

Wirklich wertvoll sind aber die Daten, die das Subjektive Empfinden der Nutzer wiederspiegeln. Wie gut erfüllen die neuen Technologien und Lösungen die Aufgaben, für die sie gedacht sind? Diese Art von Recherche zu verbessern, daran arbeite ich jetzt in meinem neuen Team. Dazu gibt es ein wunderbares Buch, dass ich dir ans Herz lege, wenn du dich für das Gewinnen von Kundeninformationen interessierst: „Lean Customer Development“ von Cindy Alvarez. Der Untertitel ist „Build Products Your Customers Will Buy“, und es ist voll von Einsichten und praktischen Tipps, wie du Kunden ansprichst, sei es via Emails, Telefoninterviews oder vor Ort Interviews. Das Buch ist wertvoll für Start-Ups und auch für etablierte Unternehmen.

Ich arbeite an Wegen, sinnvolle Informationen bereitzustellen, die wertvolle Einsichten generieren. Davon sollten unsere Kunden profitieren, weil sie noch bessere Lösungen bekommen, aber es soll auch die Arbeit unseres Produktmanagements erleichtern. Es soll helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.